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Präqualifizierung

Informationen zum Präqualifizierungsverfahren

Das für das Augenoptikerhandwerk relevante SGB V fordert, dass vor Vertragsschluss mit den Krankenkassen nachzuweisen ist, dass der Augenoptiker zu einer ausreichenden, zweckmäßigen und funktionsgerechten Herstellung, Abgabe und Anpassung der Hilfsmittel in der Lage und geeignet ist. Die Präqualifizierung ersetzt das zuvor gültige Zulassungsverfahren.

 

Die Präqualifizierung bedeutet aber lediglich, dass ein Leistungserbringer dazu berechtigt ist, Versorgungsverträge mit den Krankenkassen zu schließen oder sich an Ausschreibungen zu beteiligen. Es ist kein automatischer Vertragsabschluss mit den Krankenkassen.

 

Wer muss sich präqualifizieren lassen?

Die Pflicht zur Präqualifizierung besteht seit dem 01. Juli 2010.

Ein Unternehmen mit einer "alten" Zulassung, benötigt keine Präqualifizierung, soweit die bestehenden Verträge mit den Krankenkassen ihre Gültigkeit behalten und keine maßgeblichen Änderungen im Unternehmen eintreten.

 

 

ACHTUNG: Präqualifizierung wird notwendig!

Unter dem Stichwort „Bestandsschutz" konnten Betriebe, die bereits Vertragspartner der Krankenkassen waren und bei denen sich seit ihrer Zulassung keine maßgeblichen Änderungen ergaben, bislang auch ohne Präqualifizierung weiter mit den Krankenkassen abrechnen. Die durch das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) geänderte Gesetzesformulierung ist strikter als zuvor und lautet sinngemäß, dass die Leistungserbringer den Nachweis ihrer Eignung durch die Vorlage eines Zertifikats (Präqualifizierungsbestätigung) erbringen müssen.

Das Bundesversicherungsamt hat die ihrer Aufsicht unterliegenden Krankenkassen aufgefordert, sich von den Leistungserbringern die Präqualifizierung nachweisen zu lassen. Einzelne Krankenkassen verlautbaren daher immer häufiger, dass grundsätzlich jeder Leistungserbringer, egal ob er bereits Vertragspartner ist oder nicht, eine Präqualifizierung durchlaufen haben muss, damit dem oben zitierten Gesetzestext Genüge getan wird. Recht häufig fällt hier als Stichtag der 31. Dezember 2017.

Der ZVA ist bestrebt, die­se Frist zu verlängern. Momentan läuft die Abrechnung noch über­wiegend problemlos. Allerdings wird es zukünftig für alle Betriebe, die mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen wollen, notwendig sein, eine Präqualifizierung durchführen zu lassen!  

 

Was sind maßgebliche Änderungen?

Zu den maßgeblichen Änderungen zählen:

  • Inhaber- und Betriebswechsel
  • Umzug
  • Erweiterung des Hilfsmittelspektrums
  • Rechtsformänderung oder Umfirmierung
  • Insolvenz oder Liquidation

 

Tritt eine solche Änderung ein, müssen die Verträge mit den Krankenkassen neu abgeschlossen werden. Dazu muss eine Präqualifizierung durchgeführt werden, da die vereinbarten Präqualifizierungskriterien nachgewiesen werden müssen.

 

Wie erfolgt die Präqualifizierung?

Wenn die Notwendigkeit der Präqualifizierung besteht, dann müssen Sie bei einer vom GKV-Spitzenverband ernannten Präqualifizierungsstelle einen Antrag auf Präqualifizierung stellen. Dazu steht Ihnen neben vielen Anbietern auch die vom ZVA gegründete AO PQ GmbH für Augenoptik zur Verfügung. Diese wurde am 12. Januar 2011 vom dem GKV-Spitzenverband offiziell als Präqualifizierungsstelle ernannt.

 

Was wird im Präqualifizierungsverfahren überprüft?

Im Verlauf des Präqualifizierungsverfahrens haben Sie die verschiedenen Voraussetzungen nachzuweisen. Diese wurden bundeseinheitlich vom GKV Spitzenverband für das Augenoptikerhandwerk festgelegt.

 

Dies sind:

Allgemeine Anforderungen:

  • Berufsrechtliche Voraussetzungen
  • Betriebshaftpflichtversicherung
  • Eigenerklärungen: Insolvenzfreiheit, Zahlung von Steuern und SV-Beträgen, Beachtung des Datenschutzes
  • Unternehmenssitz nicht in Arztpraxis/Klinik/ Einhaltung des § 128 SGB V
  • Angabe der IK-Nummer
  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister nach § 150 a GewO

 

Anforderungen an den fachlichen Leiter:

Der fachliche Leiter des Augenoptikbetriebes muss einen Meistertitel oder eine gleichwertige Qualifikation durch Vorlage des Abschlusses nachweisen. Es ist auch die Meisterpräsenz während der Öffnungszeiten nachzuweisen.

 

Räumliche Voraussetzungen:

  • Refraktionsraum
  • Verkaufsraum
  • Werkstatt
  • ggf. KL-Anpassung
  • Mietvertrag oder Grundbuchauszug
  • Raumskizze

 

Ausstattungsvoraussetzungen allgemein:

  • Raum muss sich abdunkeln lassen
  • Tageslicht oder tageslichtähnliches Kunstlicht
  • Höhenverstellbarer Refraktionsstuhl
  • Skiaskop und Skiaskopleisten und/oder Refraktometer
  • Messgläserkasten und Refraktionsmessbrille
  • Polarisationsvorhalter
  • Kreuzzylinder
  • Abgleichleiste
  • Gerät zur Sehzeichendarbietung
  • Vorrichtung zur Prüfung der Sehschärfe in der Nähe (z.B. Phoropter mit entsprechender Nahprüfeinrichtung)
  • Binokulartest
  • Tafeln zur Messung des Vergrößerungsbedarfes
  • Tafeln zur Bestimmung des Fernvisus
  • Satz medizinische Kantenfilter

 

Ausstattungsvoraussetzungen Kontaktlinsenarbeitsplatz:

  • Einweisungsplatz
  • Ophthalmometer
  • Spaltlampenmikroskop
  • Vorrichtung zur Prüfung auf Einhaltung der Kontaktlinsenparameter und zur Qualitätskontrolle der Kontaktlinsen
  • Zubehör zur sachgerechten Reinigung und Sterilisation/Desinfektion

 

Ausstattungsvoraussetzungen Werkstatt:

  • Werktisch
  • Handschleifmaschine und/oder Randbearbeitungsmaschine
  • Bohrmaschine mit Zubehör
  • Poliermaschine
  • Rillmaschine ggf. Facette-Schleifmaschine
  • Scheitelbrechwertmessgerät
  • Zentriergerät

Hinweis: Änderungen sind unverzüglich der Präqualifizierungsstelle zu melden!

 

Gültigkeit und Kosten der Präqualifizierung

Gültigkeit

Eine erfolgreiche Präqualifizierung behält ihre Gültigkeit für fünf Jahre. Danach ist eine Anschlusspräqualifizierung erforderlich. Dazu müssen Sie spätestens sechs Monate vor Ablauf der Frist Ihre vollständigen Unterlagen erneut bei Ihrer Präqualifizierungsstelle einreichen. Dies gilt jedoch nur dann, wenn keine maßgeblichen Änderungen im Unternehmen eintreten.

 

Kosten

Das Erstpräqualifizierungsverfahren ist kostenpflichtig. Da es keine gesetzliche Regelung gibt, variieren die Kosten zwischen 197,00 € und 1.500,00 €. Die Betriebsbegehung ist zusätzlich zu bezahlen.

Bei der AO PQ GmbH sind die Kosten der Erstpräqualifizierung für alle Betriebe gleich und belaufen sich auf 197,00 € zzgl. MwSt..

Die Kosten einer Begehung belaufen sich auf 200,00 € zzgl. MwSt..

 

Wir helfen Innungsmitgliedern kostenlos durch den bürokratischen Dschungel

Wir bereiten mit Ihnen die Präqualifizierung bis zur Antragsstellung vor. Warum? Die Vorlage der verschiedenen Unterlagen ist für viele von Ihnen sehr aufwendig und damit zeitintensiv. Problem: Das PQ-Verfahren sieht sehr enge Fristen vor. Im Falle der Versäumnis erfolgt eine kostenauslösende Ablehnung. Deshalb prüfen wir Ihre Unterlagen vor Antragsstellung!

 

Liegen alle Unterlagen vor, werden die Antragsunterlagen von uns zur AO Präqualifizierungs GmbH geschickt.

 

Die Betriebsbegehung planen wir für die AO PQ GmbH mit Ihnen. Nach erfolgreichem Abschluss und Überprüfung der Unterlagen wird die Präqualifizierung Ihres Betriebes durch die AO PQ GmbH ausgesprochen. Darüber informiert diese nicht nur Sie, sondern auch den GKV-Spitzenverband. Dieser stellt in seiner nicht-öffentlichen Datenbank die Information allen Krankenkassen zur Verfügung, die diese Qualifizierung anerkennen müssen.

 

Danach unterstützen wir Sie bei dem konkreten Vertragsabschluss mit den verschiedenen Krankenkassen. Soweit es in Niedersachsen und Bremen bei dem Rahmenvertrag RVO sowie den bestehenden anderen Rahmenverträgen bleibt, ist der Verpflichtungsschein für die jeweilige Krankenkasse auszufüllen und diesen im Einzelnen zur Verfügung zu stellen.

 

Für Nicht-Innungsmitglieder bieten wir diesen Service für 129 Euro zzgl. MwSt. an.

 

Ihre Ansprechpartnerin:

Brigitte Franke
Assistenz der Geschäftsführung
Telefon: 0511 / 30796-0
Fax: 0511 / 30796-15
E-Mail: organisation(at)brille-nord.de

 

 

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